Wohneigentum für Studenten in der Niedrigzinsphase möglich – Für und Wider

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Für viele Erwerbstätige stellt der Erwerb einer eigenen Wohnimmobilie ein langfristiges finanzielles Ziel dar. Die derzeitigen Zinsen erscheinen gegenüber Darlehensnehmern als großes Geschenk. Doch besteht die Frage, ob der Erwerb einer eigenen Immobilie tatsächlich nur für Arbeitnehmer oder auch schon für Studenten sinnvoll ist.

Nachteile einer eigenen Immobilie

Ein großer Vorteil einer gemieteten Immobilie besteht in einer hohen Flexibilität. Wenn sich ein Student beispielsweise im fünften Semester eines Bachelorstudiums in München befindet und den Master in Hamburg plant, ist der Erwerb einer eigenen Immobilie nur bedingt sinnvoll. Der Student müsste, nachdem er München verlässt, die Wohnung im Anschluss selbst fremd vermieten, was sich angesichts der hohen Entfernung ebenso schwer gestaltet. Daraus gründet sich aus einer eigenen Wohnung eine geringere Flexibilität. Weiß der Student jedoch, dass er direkt im Anschluss seines Studiums bei einer Firma in München arbeiten möchte, ist dieser Nachteil geringerer Flexibilität für den Studenten nicht von Bedeutung.

Ferner wird eine eigene Immobilie in der Regel mit einem hohen Fremdkapitalanteil erworben. Für einzelne Personen kann die Vorstellung, hohe Schulden zurückzahlen zu müssen, eine psychologische Belastung darstellen. Jeder hat hier selbst zu entscheiden, inwieweit er diese Belastung psychisch tragen kann.

Weiterer Nachteil einer eigenen Immobilie sind zusätzliche Verwaltungsaufwendungen, die ein Eigentümer im Gegensatz zu einem Mieter zu tragen hat. In der Regel kümmert sich der Vermieter um Auseinandersetzungen mit der Hausverwaltung. Dies hätte der Student im Falle einer eigenen Immobilie selbst zu tragen.

Vorteile einer eigenen Immobilie

Der psychologische Nachteil lässt sich jedoch auch in einen Vorteil ummünzen. Viele Menschen fühlen sich in einer „eigenen“ Wohnung geborgener und sicherer. Neben diesem psychologischen Vorteil besteht aber vor allem der wirtschaftliche Vorteil. Derzeit bewegen sich die Zinsen für die Kapitalaufnahme zum Zwecke des Immobilienkaufs zwischen 1 % und 3 %. In der Regel ist die Mietrendite deutlich höher als die Kapitalkosten in diesem Fall. Man nehme zum Beispiel eine Eigentumswohnung für Kosten in Höhe von 100.000 €. Hier erscheint eine jährliche Miete von 6.000 € realistisch. Im Falle eines Zinses von 1 % fallen beim Wohnungskauf 1.000 €, im Falle eines Zinses von 3 % fallen 3.000 € Zinsaufwand an. Somit ergeben sich beim Wohnungskauf in unserem Beispiel Ersparnisse von 3.000 € bis 5.000 €. Genauere Informationen gibt es auch in diesem Ratgeber für Hypothekendarlehen. Das Risiko bei der Eigenbewohnung durch den Studenten ist gering, da dieser ja ohnehin irgendwo während der Studienzeit wohnen muss und die Kosten daher tatsächlich gespart werden.

Generell ist die Fremdvermietung auch möglich. Allerdings sollte der Student hier über vorherige Erfahrung und ein gewisses Kapitalpolster besitzen, bevor er zu diesem Zweck eine Immobilie kauft.
Zumal ist aufgrund des Zustroms der Flüchtlinge damit zu rechnen, dass langfristig die Mieten und somit auch die Immobilienpreise steigen. Eventuell ist bei der Veräußerung in 10 Jahren ein deutlich höherer Preis zu erzielen.

Fazit:

Beim Kauf einer Immobilie sollte sich der Student der Konsequenzen bewusst sein, wie er mit Schulden umgehen kann und er sollte beachten, dass ein Immobilienkauf eine langfristige Anlage darstellt. Sollte der Immobilienkauf in der Gesamtschau jedoch adäquat erscheinen, spricht aus wirtschaftlicher Sicht der niedrige Marktzins sehr für den Kauf der eigenen Immobilie.

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