Das Studentendarlehen

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Das Studentendarlehen ist eine effektive Möglichkeit, um das Erststudium zu finanzieren. Es bietet sich vor allem für Studierende an, die keinen Anspruch auf Bafög haben, aber auch nicht durch die Eltern finanziert werden. Ein weiterer Punkt der für das Studentendarlehen spricht, ist sicherlich die zeitliche Freiheit, die man sich damit erkauft. Anstelle nach den Vorlesungen das Geld über einen Studentenjob reinzuholen kann man sich voll und ganz auf das Studium konzentrieren und dieses möglichst schnell abschließen.

Die Bezeichnung Studentendarlehen ist dabei recht schwammig. Grundsätzlich kann man darunter mehrere Finanzprodukte der KFW Bank (Kreditanstalt für Wiederaufbau) zusammenfassen. Neben dem klassischen Studentenkredit gibt es hier auch einen Bafög Bankkredit und einen Bildungskredit. Alle diese Angebot richten sich im Prinzip auch an Studierende. Es gibt aber bestimmte Vorussetzungen, die es zu erfüllen gilt.

Voraussetzungen für ein Studentendarlehen

  • Alter
  • Die verschiedenen Angebote der KFW Bank haben auch verschiedene Bestimmungen hinsichtlich des Alters. Gemeinsam ist meist, dass das 18. Lebensjahr überschritten sein muss. Darüber hinaus gibt es beim Studentenkredit eine festgelegte Obergrenze von 44 Jahren und beim Bildungskredit eine Obergrenze von 36 Jahren.

  • Einkommen / Bonität
  • Anders als bei gewöhnlichen Ratenkrediten spielt die Bonität beim Studentendarlehen keine Rolle. Die Angebote sind für jeden möglich, der die sonstigen Voraussetzungen erfüllt. Eine Einkommen muss nicht nachgewiesen werden.

  • Eltern
  • Beim Bafög wird das Einkommen der Eltern herangezogen. Wenn die zu viel verdienen, besteht kein Anspruch auf Bafög. Beim Studentendarlehen sieht das anders aus. Dieses wird elternunabhängig vergeben.

  • Sicherheiten
  • Auch Sicherheiten sind sonst bei der Bewilligung eines Darlehens üblich. So kann die Bank mögliche Ausfälle absichern. Beim Studentendarlehen müssen keine Sicherheiten hinterlegt werden.

Weitere Voraussetzungen:

  • deutscher Staatsbürger oder Familienangehöriger eines solchen
  • EU Staatsbürger – seit 3 Jahren ständiger Aufenthalt in Deutschland oder Familienangehöriger
  • Hochschulzugangsberechtigung an deutscher Schule erworben (=Bildungsinländer)

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt werden ist die Aufnahme des Studentendarlehens prinzipiell kein Problem. Die Antragstellung kann persönlich bei der Hausbank erfolgen. Diese gibt den Antrag dann an die KFW weiter. Beim Studentenkredit der KFW können die monatlichen Raten individuell festgelegt werden. Die Rückzahlung beginnt in aller Regel sofort. Das ist anders als beim Bafög, wo die Rückzahlung erst nach Abschluss des Studiums erfolgt.

Welche Art Studium kann durch ein Studentendarlehen finanziert werden?

Auch diese Frage ist natürlich interessant, wenn man sich mit dem Thema Studentendarlehen befasst. Die verschiedenen Produkte der KFW Bank decken hier mehrere mögliche Fälle ab. Mit dem reinen Studentenkredit kann fast jede denkbare Form des Studiums finanziert werden. Dazu gehören zum Beispiel:

  • grundständiges Studium
  • Das Erststudium an einer Uni oder FH kann auf jeden Fall finanziert werden, wenn die oben genannten Voraussetzungen zutreffen.

  • Zweitstudium
  • Wer nach einem ersten grundständigen Studium ein zweites Studium dieser Art anstrebt kann dies auch durch das Studentendarlehen fördern lassen.

  • Aufbaustudium
  • Finanziert werden können auch verschiedene Formen des Aufbaustudiums. Dazu gehören zum Beispiel Zertifikatsstudiengänge oder sonstige akademische Weiterbildungen.

  • Master
  • Das Masterstudium kann ebenfalls mit dem Studentendarlehen finanziert werden. Dafür müssen die oben aufgeführten Voraussetzungen passen.

  • Promotion
  • Zu guter Letzt ist es auch möglich, ein Promotionsvorhaben mit diesem Kredit zu finanzieren.

  • Fernstudium
  • Generell spielt es keine Rolle, ob das Studium als Präsenz- oder Fernstudium absolviert wird. Auch nebenberuflich kann es studiert werden.

Eine Einschränkung gibt es aber doch. Ein Studium an Berufsakademien kann in aller Regel nicht gefördert werden. Der Hintergrund dabei ist, dass diese Form des Studiums durch den Arbeitgeber vergütet wird. Es handelt sich also eher um eine duale Ausbildung als um ein klassisches Studium.

Neben den geförderten Krediten der Aufbaubank können Studierende auch normale Ratenkredite abschließen. Diese werden unter Umständen mit einem vergünstigtem Zinssatz und ohne Bonitätsprüfung angeboten. Das ist von Bank zu Bank unterschiedlich. Eine Stundung aufgrund fehlendem Einkommens kann hier aber nicht erreicht werden. Die Banken wollen ihr Geld zurück. Die Rückzahlung beginnt also schon, während das Studium noch läuft. Das alles kann sich zu einem gehörigen Schuldenberg auftürmen. Man sollte also genau überlegen, ob man diesen Weg gehen möchte.

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