Studienfinanzierung – die wichtigsten Tipps und Hintergründe

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Schon während der letzten Schuljahre stellt sich für viele junge Menschen die Frage, wie es danach weitergehen soll. Arbeiten gehen oder doch studieren? Das Leben an der Universität ist mit nicht unerheblichem finanziellem Aufwand verbunden. Nicht alle Eltern können es sich leisten, Sohn oder Tochter das Studium zu bezahlen. Vor allem in Familien mit mehreren Kindern kann es unter Umständen Probleme damit geben, allen ihre Zukunftsträume zu verwirklichen. Allerdings gibt es einige Möglichkeiten, um in Deutschland gut durch das Studium zu kommen, ohne sich auf Jahre zu verschulden.

Mit welchen Kosten muss man rechnen

Noch bevor man sich an einer Hochschule einschreibt, sollte man sich ganz genau über die Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten informieren. Nicht immer ist es möglich, die gewünschte Studienrichtung im Heimatort zu belegen. Oft ist es nötig, sich in einer anderen Stadt weit weg vom Wohnort der Eltern niederzulassen. In diesem Falle kommen nicht nur die Kosten für die Bücher und möglicherweise Studiengebühren auf die jungen Menschen zu, sondern man muss sich auch eine Wohnung suchen oder im Studentenheim unterkommen. Mit weniger finanziellem Aufwand ist zu rechnen, wenn man zu Hause bei den Eltern wohnen bleiben kann. Schätzungen haben ergeben, dass ein Student je nach Fachrichtung und Universität rund 800 bis 900 Euro monatlich ausgibt. Bei diesem hohen Betrag wird rasch klar, dass es sich bei weitem nicht alle Eltern leisten können, das Studium zu finanzieren. Woraus setzt sich diese Summe zusammen?

  • Miete inklusive Heizung und sonstiger Nebenkosten
  • Lebensmittel
  • Auto oder Karte für den öffentlichen Verkehr
  • Gesundheit – Medikamente, etc.
  • Freizeit
  • Kleidung
  • Lernmittel
  • Kommunikation – Handy, Laptop etc.

Einzig um die Versicherung müssen sich die meisten Studenten nicht selbst kümmern. Wenn die Eltern in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, sind junge Menschen ohne eigenes Einkommen bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres mitversichert.

Was ist die BAfÖG und wie kommt man zu einem Stipedium?

Gerade Studenten wo die Eltern nur über ein geringes Einkommen verfügen, profitieren vom Bundesbildungsförderungsgesetz (kurz auch BAfÖG genannt). Diese Förderung setzt sich aus zwei Komponenten zusammen:

  • Einem zinslosen Kredit, dessen Rückzahlung erst fällig ist, wenn man das Studium beendet hat und im Erwerbsleben steht
  • Einem staatlichen Zuschuss

Die monatliche Rückzahlung ist vom späteren Einkommen abhängig und muss erst dann geleistet werden, wenn das Gehalt über einem gewissen Niveau liegt. Die Fördersumme hängt entscheidend vom Einkommen der Eltern ab. Voraussetzung für die Finanzierung ist, dass das Studium vor dem 30. Lebensjahr begonnen wird. Außerdem muss man nach dem 4. Semester einen Nachweis über die erbrachten Leistungen erbringen. In der Regel muss man den Antrag auf BAfÖG jedes Jahr neu stellen. Um in den Genuss eines Stipendiums zu kommen, muss man nicht unbedingt auf jede Prüfung nur Einser bekommen. Rund 5 Prozent aller Studenten qualifizieren sich aufgrund guter Studienerfolge dafür. Die Stiftung zur Förderung begabter junger Menschen in Deutschland ist eines der bekanntesten Institute, wo man mit Hilfe einer Empfehlung durch einen Lehrer, Professor oder auch aus Eigeninitiative um ein Stipendium ansuchen kann. Auch kirchliche Vereinigungen unterstützen Studenten, die Höhe des Stipendiums hängt meistens ebenfalls vom Einkommen der Eltern und sonstigen Einkünften ab.

Der Studienkredit

Sollte BaföG nicht ausreichend ist die Frage nach der richtigen Finanzierungsmethode wichtig. Auch die Möglichkeit für eine Kreditaufnahme besteht. Durch Finanzratgeber können hier oftmals gute Tipps und Konditionen für Studenten wahrgenommen werden, die örtliche Banken oftmals verweigern. Im Gegenzug zu anderen Darlehen für Autos oder Wohnen ist der Studienkredit nicht an Sicherheiten gebunden. In der Regel werden die Beträge monatliche ausbezahlt. Ähnlich wie einen Teil der BAfÖG zahlt man das Darlehen erst zurück, wenn man in das Berufsleben einsteigt. Ein Studienbeitragsdarlehen hingegen wird einmal im Semester ausbezahlt und soll mögliche Studiengebühren decken. Für die Rückzahlung dieses Darlehens gibt es in jedem Bundesland andere Konditionen und Regeln. Die Rückzahlung erfolgt nach Abschluss der Ausbildung, die Raten werden bereits vor Abschluss des Darlehensvertrags festgelegt. Das Darlehen wird meistens nur für die Regelstudienzeit ausbezahlt, wer länger benötigt, muss sich um eine andere Finanzierungsmöglichkeit umsehen. Ein Bildungskredit ist eine Option für weiter fortgeschrittene Studenten. Damit können unter anderem Auslandsaufenthalte finanziert werden.

Welche Möglichkeiten gibt es noch?

Viele Studenten jobben neben der Universität, um sich das Leben leisten zu können. Allerdings sollte man nicht zu viele Stunden arbeiten, wenn man das Studium in der Regelzeit durchziehen möchte. Wichtig ist auch, die Verdienstgrenzen zu beachten. Steigt das Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit über 450 Euro im Monat an, werden staatliche Leistungen wie die BAfÖG gekürzt. Bei ausschließlich selbständiger Tätigkeit ist der Betrag niedriger. Nebenbei zu arbeiten ist oft notwendig und auch für das weitere Leben sinnvoll, jedoch nur wenn man durch die Einkünfte nicht auf Stipendien oder Förderungen verzichten muss. Auch bezüglich der Krankenversicherung sollte man sich genau informieren, die Mitversicherung bei den Eltern ist nur bis zu einem gewissen Einkommenslimit möglich.

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