Hat das Bargeld ausgedient?

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Derzeit toben in den Medien Diskussionen über eine mögliche Abschaffung des Bargeldes. Die Proteste sind entsprechend deutlich.Dabei nimmt der Gebrauch von Bargeld in den letzten Jahren kontinuierlich ab und entsprechend häufiger wird ein bargeldloser Geldtransfer eingesetzt.

Entwicklung in Deutschland

Allein in Deutschland wurden in den vergangenen 3 Jahren durchschnittlich 54.173 Mrd. € bargeldlos umgesetzt. Das ist eine ganze Menge. Diese Summe verwundert nicht. Es ist einfach sehr komfortabel, an der Kasse per Bank- oder Kreditkarte zu zahlen. Von Überweisungen und Lastschriften einmal ganz zu schweigen.

Allein Kreditkarten werden in Deutschland immer häufiger eingesetzt. In den letzten 20 Jahren ist die Zahl der ausgegebenen Kreditkarten um 60 Prozent gestiegen. Dabei werden Mastercard und Visa am häufigsten verwendet. Zusammen sind von beiden etwa 32 Millionen Karten im Einsatz. Die gestiegenen Zahlen erklären sich auch durch einen immer besseren Schutz beim Einsatz von Kreditkarten. Das wird an den deutlich gesunkenen Meldungen bezüglich Kreditkartenbetrugs sichtbar. Diese sind um nahezu 50 % zurückgegangen. Kreditkarten sind also sicher und werden als Zahlungsmittel immer beliebter bei den Deutschen. Damit machen sie auch mehr und mehr klassischen Krediten Konkurrenz, wie sie etwa im Kredite Vergleich zu finden sind. Auch hier sinken die Zinsen deutlich.

Internationale Entwicklung

Die folgende Infografik verdeutlicht die Entwicklung des bargeldlosen Geldverkehrs weltweit.

Die Vorreiterrolle Asiens sticht dabei geradezu ins Auge. Vor allem die Schwellenänder erwarten hier in den nächsten Jahren drastische Steigerungen. Bis 2020 wird hier ein Anstieg des bargeldlosen Verkehrs von über 30 Prozent erwartet. Allein 30 Prozent beträgt dabei schon die Steigerung im Vergleich zum Vorjahr. Das sind beeindruckende Zahlen.

Die Entwicklung wird natürlich vor allem durch die beiden bevölkerungsreichsten Länder China und Indien getrieben. So wird in China eine Steigerung der bargeldlosen Transaktionen um etwa 36 Prozent über die nächsten 5 Jahre erwartet. Ähnlich sieht das in Indien aus, wo die Regierung aktiv den bargeldlosen Geldaustausch unterstützt.

Die Steigerungsraten fallen in Nordamerika nicht ganz so hoch aus. Für die nächsten Jahre wird ein Zuwachs um etwa 4 Prozent erwartet. Das liegt allerdings auch daran, dass hier der bargeldlose Geldverkehr schon viel länger zum täglichen Leben gehört. Trotzdem möchte die Finanzbranche hier nachlegen und plant deutliche Steigerungen durch mehr Werbung und Kundenbindungsprogramme.

Auch Südamerika entwickelt sich stark. Das größte Land Brasilien ist zugleich auch das mit den höchsten Wachstumsraten im bargeldlosen Verkehr. Um bis zu 7,3 Prozent soll es hier nach oben gehen.

Ähnlich sehen die Zahlen für die Eurozone aus. Hier wird ein Anstieg von 6,5 Prozent bis 2020 erwartet. Das entspricht dem Wachstum im Vergleich zum Vorjahr 2016.

Wie geht es für Europa weiter?

Wie in vielen anderen Bereichen auch sind es die nordischen Länder, die sich der Entwicklung nicht entgegenstellen und die absolute Spitzenrolle einnehmen. Schon jetzt werden in Schweden etwa 80 Prozent aller Transaktionen ohne Bargeld getätigt. Ähnlich sieht das in Dänemark aus. Es ist zu erwarten, dass die Länder Skandinaviens die ersten sind, welche komplett ohne Bargeld auskommen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass entsprechende Initiativen zur Abschaffung von Geldnoten in beiden Ländern auf den Weg gebracht wurden.

Man kann sich denken, dass das Bild in Deutschland ein anderes ist. Hier spielt Bargeld nach wie vor eine gewichtige Rolle. Mit 79 % Anteil ist es nach wie vor das meistgenutzte Zahlungsmittel. Das gilt allerdings vor allem für kleinere Beträge von durchschnittlich 13 bis 14 Euro. Bei Kreditkartenzahlung wechseln durchschnittliche Summen von 59 Euro den Besitzer. Der durchschnittliche Wert liegt bei EC-Karten-Zahlung um die 30 Euro.

Doch in Deutschland und ganz Europa wurden die Zeichen der Zeit bereits erkannt. In Zukunft könnte es innovatione Bezahlsysteme geben, die Bargeld völlig unnötig machen. Zu nennen ist hier zum Beispiel RFID Chip, welcher unter die Haut transplantiert wird. Das erinnert schon fast an Science Fiction Filme, könnte aber bald zur Realität werden. Der Trend geht klar dahin, dass die Bargeldpflicht abgeschafft wird. Neben Fingerpayment könnte auch Mobile-Payment eine Methode werden, um diese in Zukunft zu ersetzen.

Warum nimmt das bargeldlose Bezahlen derart zu?

Hierfür gibt es mehrere Gründe. In erster Linie werden auch außerhalb von Banken die Bestrebungen hin zum bargeldlosen Geldverkehr immer weiter vorangetrieben. Regelmäßig werden hier neue Innovationen in dem Bereich an den Start gebracht. Zu bedenken sind auch die deutlich steigenden Marktanteile von alternativen Zahlungsanbietern. Zu nennen sind hier beispielsweise Paypal und Alipay. Das bargeldlose Bezahlen über das Internet wird durch diese Anbieter immer komfortabler.

Die Entwicklung begründet sich auch auf der steigenden Bedeutung des elektronischen Handels. Wer im Internet einkauft, der zahlt natürlich bargeldlos. Auch neue Trends, wie Kryptowährungen spielen eine Rolle. Immer mehr Wertschöpfung erfolgt hier in Bereichen, die gänzlich vom Bargeld losgelöst sind. Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht.

Zu guter Letzt ist der Zugang zu Kreditkarten deutlich niedrigschwelliger als noch vor einigen Jahren. Immer mehr Anbieter offerieren kostenlose Karten und bieten einen besseren Service. Das macht es dem Kunden natürlich einfacher, sich mit diesem Zahlungsmittel anzufreunden.

Wieso arbeiten Banken auf eine Abschaffung des Bargeldes hin?

Für Banken ist es ein enormer Aufwand, Bargeld zu transportieren und zu lagern. Die Kosten hierfür sind hoch. Gern möchte man in diesem Bereich sparen. Dazu kommen Möglichkeiten, an dem bargeldlosen Geldverkehr mitzuverdienen. Hier erschließen sich neue Einkommensquellen für Banken und Finanzdienstleister. Allein in Deutschland zahlen Händler im Durchschnitt 1,25 Prozent der Transaktionskosten an die Banken bzw. die Kreditkarteanbieter. Das ist ein lukratives Geschäft.

Gefahren des bargeldlosen Bezahlens?

Ein nicht zu unterschätzender Punkt ist die Angst vor Cyberkriminalität. Diese ist in der Bevölkerung nach wie vor stark verbreitet. Wer möchte schon, dass sein Geld von Kriminellen einfach online abgeschöpft werden kann.

Auch die Angst vor Datenmissbrauch und Spionage von Seiten der Regierung ist allgegenwärtig. Ein häufig benutztes Bildnis ist hier der Begriff vom gläsernen Kunden.

Weitere Faktoren, die immer wieder gegen den Geldverkehr ohne Bargeld ins Rennen geführt werden sind der mögliche Kontrollverlust bezüglich der eigenen Ausgaben. Natürlich fällt es viel leicht, Geld auszugeben, welches man nicht wirklich in der Hand spürt. Auch die Angst, dass bei Verlust des elektronischen Zahlungsmittels nicht mehr bezahlt werden kann spielt eine Rolle.

Wo liegen die Vorteile der Zahlung ohne Bargeld

Elektronische Zahlungsmittel sind in aller Regel schnell und zuverlässig. Bei manchen Finanzdienstleistern ist das Geld schon innerhalb von Minuten beim Gegenüber. Die Eindämmung von Steuerkriminalität ist ebenfalls ein gewichtiger Punkt. Für staatliche Behörden wird es natürlich viel einfacher, die Geldströme nachzuvollziehen und so Betrüger, Steuerhinterzieher und andere Kriminelle zu entlarven.

Nach Schätzungen könnte der Staat hier jährlich bis zu 35 Milliarden Euro mehr einnehmen, die ihm bislang aufgrund von Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft entgehen.

Zu Guter Letzt könnte so die Finanzierung des weltweiten Terrors deutlich erschwert werden, was wiederum der ganzen Gesellschaft zu Gute kommt.

Quellen:

http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/moderne-zahlsysteme-wie-bargeldlos-ist-unsere-zukunft/9716606.html

https://de.statista.com/infografik/9102/faelle-von-kreditkartenbetrug-in-deutschland/
https://archiv.wirtschaftsdienst.eu/jahr/2015/8/mit-bargeld-zahlen-ein-auslaufmodell/
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/72099/umfrage/umsatz-mit-bargeldlosem-zahlungsverkehr-seit-dem-jahr-2007/
http://konto-report.de/kreditkarte/#kreditkarten-vergleich
https://www.shz.de/deutschland-welt/panorama/bargeld-spielt-in-daenemark-bald-keine-rolle-mehr-id9691891.html
https://www.welt.de/finanzen/verbraucher/article136354804/Wie-echte-Kreditkarten-in-die-Schuldenspirale-fuehren.html#cs-DWO-FI-Kreditkarten-jb-Aufm-Kopie-jpg.jpg
file:///C:/Users/brundel/Downloads/World%20Payments%20Report%202017_Year_End.pdf
http://www.presseportal.de/pm/16952/3139977
https://www.iwi.uni-hannover.de/fileadmin/wirtschaftsinformatik/Abschlussarbeiten/BA_Hook_J._K..pdf
http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-Einkauf-mit-Bargeld-bevorzugt-17960785.html

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/digital-bezahlen/digitales-bezahlen-auf-dem-vormarsch-in-schwellenlaendern-15231165.html
http://www.marketagent.com/webfiles/pdf/pressemeldungen/%7B99CFE04A-A596-47D7-B972-79F117BAEF71%7D.PDF

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/meine-finanzen/geld-ausgeben/alternative-zahlungsmittel-so-oft-greifen-die-deutschen-zur-kreditkarte-15238808/infografik-zahl-der-15238930.html

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